20 Juni 2021 13:18

Härten

Was ist Härten?

Hardening beschreibt Bedingungen steigender Preise und fallender Volatilität in einem bestimmten Markt. Härten wird am häufigsten verwendet, wenn man sich auf den Warenterminmarkt bezieht.

Der Begriff Härten kann auch in der Versicherungs- und Bankenbranche verwendet werden, um sich auf eine Zeit mit strengeren Zeichnungs oder Kreditstandards zu beziehen.

Die zentralen Thesen

  • In der Finanzbranche wird der Begriff „Härten“ typischerweise verwendet, um sich auf eine Phase steigender Preise und geringerer Volatilität zu beziehen, insbesondere im Rohstoffhandel.
  • Der Begriff Härten ist auch in der Versicherungs- und Kreditbranche gebräuchlich, wo er sich auf Zeiträume bezieht, in denen strengere Underwriting- oder Kreditvergabepraktiken angewendet werden.
  • In der Banken- und Versicherungsbranche wird eine Verhärtung oft nach Finanzkrisen beobachtet, wenn Finanzinstitute stärker darauf bedacht sind, ihre Risiken zu kontrollieren und zu reduzieren.

So funktioniert das Härten

Im Rohstoffhandel wird ein Markt als „verhärtet“ bezeichnet, wenn seine Kurse zu einem Zeitpunkt mit relativ geringer Volatilität stetig steigen. Für viele Händler bietet ein Markt, der sich verhärtet, aufgrund der scheinbar ruhigen und vorhersehbaren Natur des Marktes in solchen Zeiten ideale Bedingungen für den Handel.

Für Händler, die auf große Bewegungen der Rohstoffpreise spekulieren möchten, könnte ein sich verhärtender Markt natürlich ein negatives Zeichen sein, da der daraus resultierende Rückgang der Volatilität diese großen Bewegungen weniger wahrscheinlich machen könnte. Dies könnte insbesondere für Eigentümer von Optionskontrakten gegen diese Waren schädlich sein, deren Wert im Allgemeinen sinkt, wenn die Volatilität ihres zugrunde liegenden Vermögenswerts abnimmt.

Eine weit verbreitete Meinung ist, dass der Aufstieg von Spekulanten in die Warenterminmärkte zu einer Zunahme der Preisvolatilität bei Terminkontrakten geführt hat. Im Gegenteil, einige Forscher sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Zustrom von Futures-Händlern und die Liquidität, die sie auf den Markt bringen, einen stabilisierenden oder härtenden Effekt auf die Futures-Preise haben.

Diese Forscher gehen davon aus, dass Futures-Märkte nicht aufgrund von Preisschwankungen als volatil angesehen werden, sondern aufgrund einer großen Hebelwirkung, die Futures-Händlern zur Verfügung steht. Beispielsweise liegen die Anforderungen an die Eigenkapitalmarge im Allgemeinen bei etwa 50%, während bei Terminkontrakten Margen von nur 5% bis 10% üblich sind. Unter diesen Umständen können selbst kleine Preisschwankungen enorme Auswirkungen auf den Eigentümer einer hoch verschuldeten Futures-Position haben.

In der Versicherungs- und Bankenbranche hat der Begriff Härten eine andere Bedeutung. In diesen Branchen wird Härten häufig verwendet, um sich auf Zeiten mit strengeren Zeichnungs- oder Kreditvergabestandards zu beziehen. Diese Phasen treten häufig nach einem Finanzschock wie der Kreditklemme während der Finanzkrise 2007-2008 auf.

Als Reaktion auf riskante Entscheidungen der beteiligten Finanzinstitute werden manchmal strengere Underwriting- oder Kreditvergabepraktiken eingeführt, wie etwa die optimistischen Derivatverträge und Subprime-Kreditverträge, die amerikanische Banken und Versicherungsunternehmen vor der Finanzkrise 2007-2008 abgeschlossen haben. Nach dieser Finanzkrise waren Finanzunternehmen eher daran interessiert, ihre Kredit- und Zeichnungsstandards auf eine konservativere Grundlage zu stellen.

Obwohl dieser Stimmungsumschwung bei Finanzinstituten – von riskant zu konservativer – dazu beitragen kann, das Auftreten von unangemessenen Versicherungspolicen und zu riskanten Krediten zu verringern, kann es kreditwürdigen Gegenparteien auch erschweren, sich Kredite oder Versicherungen zu sichern. Verbraucher und Marktteilnehmer beklagen in diesen Zeiten der steuerlichen „Verhärtung“ häufig, dass die Zulassungskriterien unnötig aufwendig geworden sind.