Unterpreisung

Was ist Underpricing?

Underpricing ist die Praxis, einen Börsengang (IPO) zu einem Preis unter seinem realen Wert an der Börse zu notieren. Wenn eine neue Aktie ihren ersten Handelstag über dem festgelegten IPO-Preis schließt, gilt die Aktie als unterbewertet.

Das Underpricing ist von kurzer Dauer, da die Nachfrage der Anleger den Preis auf seinen Marktwert steigen lässt.

Underpricing verstehen

Ein Börsengang ist die Einführung einer neuen Aktie für den öffentlichen Handel an einer Börse. Ihr Zweck ist die Kapitalbeschaffung für das zukünftige Wachstum des Unternehmens.

Die Bestimmung des Angebotspreises erfordert eine Berücksichtigung vieler Faktoren. Quantitative Faktoren werden zuerst betrachtet. Das sind die realen und projizierten Zahlen zum Cashflow.

Die zentralen Thesen

  • Ein Börsengang kann bewusst unterbewertet werden, um die Nachfrage zu steigern und Investoren zu ermutigen, ein Risiko für ein neues Unternehmen einzugehen.
  • Es kann versehentlich unterbewertet sein, weil seine Underwriter die Nachfrage auf dem Markt nach den Aktien dieses Unternehmens unterschätzt haben.
  • In jedem Fall gilt der Börsengang als unterbewertet um die Differenz zwischen dem Schlusskurs am ersten Tag und dem festgelegten Börsenkurs.

Dennoch stehen zwei gegensätzliche Tore im Spiel. Die Führungskräfte und frühen Investoren des Unternehmens wollen die Aktien so hoch wie möglich bewerten, um das meiste Kapital zu beschaffen und sich selbst am üppigsten zu belohnen. Die sie beratenden Investmentbanker hoffen möglicherweise, den Kurs niedrig zu halten, um möglichst viele Aktien zu verkaufen, da ein höheres Volumen für sie höhere Handelsgebühren bedeutet.

IPO-Preisfaktoren

Die IPO-Preisgestaltung ist weit entfernt von einer exakten Wissenschaft, daher ist eine Unterbewertung eines IPO ebenso ungenau. Der Prozess mischt Fakten, Prognosen und Vergleichswerte:

  • Zu den berücksichtigten quantitativen Faktoren gehören die Finanzdaten des Unternehmens, einschließlich der aktuellen Umsätze, Aufwendungen, Erträge und des Cashflows. Auch der geplante Gewinn wird berücksichtigt.
  • Es wird ein IPO-Preis angestrebt, der ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) widerspiegelt, das mit den Branchenkollegen des Unternehmens vergleichbar ist.
  • Die Größe des aktuellen und nahen Marktes für das Produkt oder die Dienstleistung, die das Unternehmen herstellt, wird berücksichtigt.
  • Auch die Marktfähigkeit der Aktie des Unternehmens im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld ist entscheidend.

Warum Unterpreis?

Theoretisch war jeder Börsengang, der am ersten Handelstag im Kurs stieg, unterbewertet, egal ob vorsätzlich oder versehentlich. Die Aktien wurden möglicherweise bewusst unterbewertet, um die Nachfrage anzukurbeln. Oder die Underwriter des Börsengangs haben die Anlegernachfrage unterschätzt.



Eine Überbewertung ist viel schlimmer als eine Unterbewertung. Eine Aktie, die ihren ersten Tag unter ihrem IPO-Preis schließt, wird als Misserfolg bezeichnet.

Ein Börsengang kann unterbewertet sein, wenn seine Sponsoren wirklich unsicher sind, wie die Aktie angenommen wird. Denn im schlimmsten Fall steigt der Aktienkurs sofort auf den Preis, den die Anleger für wert halten. Risikobereite Anleger bei einer Neuemission werden belohnt. Die Führungskräfte des Unternehmens sind zufrieden.

Das ist deutlich besser als der am ersten Tag fallende Aktienkurs des Unternehmens und der als gescheitert bezeichnete Börsengang.

Unabhängig davon, ob es unterbewertet war oder nicht, wird das Unternehmen nach dem Börsengang zu einem börsennotierten Unternehmen im Besitz seiner Aktionäre. Die Nachfrage der Aktionäre bestimmt den zukünftigen Wert der Aktie auf dem freien Markt.