13 Juni 2021 14:47

Idiosynkratische Risiko

Was ist ein idiosynkratisches Risiko?

Das idiosynkratische Risiko ist eine Art von Anlagerisiko, das für einen einzelnen Vermögenswert (wie die Aktie eines bestimmten Unternehmens) oder eine Gruppe von Vermögenswerten (wie die Aktien eines bestimmten Sektors) oder in einigen Fällen eine sehr spezifische Vermögensklasse (wie besicherte Hypotheken) endemisch ist Verpflichtungen). Das idiosynkratische Risiko wird auch als spezifisches Risiko oder unsystematisches Risiko bezeichnet. Das Gegenteil des idiosynkratischen Risikos ist daher ein systematisches Risiko, also das Gesamtrisiko, das alle Vermögenswerte betrifft, wie beispielsweise Schwankungen des Aktienmarktes, der Zinssätze oder des gesamten Finanzsystems.

Die zentralen Thesen

  • Das idiosynkratische Risiko bezieht sich auf die inhärenten Faktoren, die sich negativ auf einzelne Wertpapiere oder eine ganz bestimmte Gruppe von Vermögenswerten auswirken können.
  • Das Gegenteil von idiosynkratischem Risiko ist ein systematisches Risiko, das sich auf breitere Trends bezieht, die sich auf das gesamte Finanzsystem oder einen sehr breiten Markt auswirken.
  • Das eigenwillige Risiko kann in einem Anlageportfolio im Allgemeinen durch Diversifikation gemindert werden.

Idiosynkratisches Risiko verstehen

Untersuchungen legen nahe, dass das idiosynkratische Risiko für den größten Teil der Schwankungen der Unsicherheit im Zusammenhang mit einer einzelnen Aktie im Zeitverlauf verantwortlich ist und nicht das Marktrisiko. Idiosynkratisches Risiko kann als die Faktoren angesehen werden, die einen Vermögenswert wie die Aktie und das zugrunde liegende Unternehmen auf mikroökonomischer Ebene beeinflussen. Es weist eine geringe oder keine Korrelation mit Risiken auf, die größere makroökonomische Kräfte widerspiegeln, wie beispielsweise das Marktrisiko. Mikroökonomische Faktoren sind diejenigen, die einen begrenzten oder kleinen Teil der gesamten Wirtschaft beeinflussen, und makroökonomische Faktoren sind diejenigen, die größere Segmente oder die gesamte Wirtschaft beeinflussen.

Die Entscheidungen der Unternehmensleitung in Bezug auf Finanzpolitik, Anlagestrategie und Geschäftstätigkeit sind allesamt idiosynkratische Risiken, die für ein bestimmtes Unternehmen und eine bestimmte Aktie spezifisch sind. Andere Beispiele können die geografische Lage des Betriebs und die Unternehmenskultur sein. Branchen- oder sektoral wäre ein Beispiel für ein idiosynkratisches Risiko für Bergbauunternehmen die Erschöpfung oder die Unzugänglichkeit einer Ader oder eines Metallflözes. Ebenso wäre die Möglichkeit eines Piloten- oder Mechanikerstreiks ein eigentümliches Risiko für Fluggesellschaften.

Idiosynkratisches Risiko vs. systematisches Risiko

Während idiosynkratische Risiken per Definition unregelmäßig und unvorhersehbar sind, kann die Untersuchung eines Unternehmens oder einer Branche einem Investor helfen, ihre idiosynkratischen Risiken allgemein zu erkennen und zu antizipieren. Das idiosynkratische Risiko ist auch sehr individuell, in einigen Fällen sogar einzigartig. Er kann daher durch eine angemessene Diversifikation erheblich abgeschwächt oder aus einem Portfolio eliminiert werden. Eine angemessene Vermögensallokation kann zusammen mit Absicherungsstrategien die negativen Auswirkungen auf ein Anlageportfolio durch Diversifikation oder Absicherung minimieren.

Im Gegensatz dazu lässt sich das systematische Risiko nicht allein durch das Hinzufügen weiterer Vermögenswerte zu einem Anlageportfolio mindern. Dieses Marktrisiko kann nicht eliminiert werden, indem man Aktien verschiedener Sektoren zu seinen Beständen hinzufügt. Diese breiter gefassten Risikoarten spiegeln die makroökonomischen Faktoren wider, die sich nicht nur auf einen einzelnen Vermögenswert, sondern auch auf andere ähnliche Vermögenswerte sowie auf größere Märkte und Volkswirtschaften auswirken.

Vorteile

  • Individualisiert, begrenzte Wirkung
  • Kann durch Diversifikation, Asset Allocation abgemildert werden

Nachteile

  • Unberechenbar
  • Schutz erfordert Kenntnisse des Vermögenswerts oder Sektors

Beispiele für idiosynkratische Risiken

Im Energiesektor sind die Aktien von Unternehmen, die Ölpipelines besitzen oder betreiben, einem besonderen branchenspezifischen Risiko ausgesetzt – dass ihre Pipelines beschädigt werden, Öl auslaufen und Reparaturkosten, Gerichtsverfahren und Geldbußen von Regierungsbehörden nach sich ziehen können. Unglückliche Umstände wie diese können dazu führen, dass ein Unternehmen wie Kinder Morgan, Inc. ( KMI ) oder Enbridge, Inc. ( ENB ) die Ausschüttungen an die Anleger verringert und den Kurs der Aktien sinken lässt.

Ein weiteres Beispiel für ein idiosynkratisches Risiko ist die Abhängigkeit eines Unternehmens vom CEO. Für einen Großteil seiner Geschichte und sicherlich seinen Durchbruch in den 2000er Jahren war Apple Inc. (AAPL) ein Synonym für seinen Mitbegründer Steve Jobs. Als Jobs im Jahr 2010 krank wurde und vom Unternehmen beurlaubt wurde, wertete die Apple-Aktie absolut weiter auf, aber ihre Bewertung im Verhältnis zu den Kursmultiplikatoren fiel.

Nachdem Jobs Anfang 2011 erneut Urlaub nahm, im August als CEO zurücktrat und im Oktober verstarb, notierte die Apple-Aktie kurzzeitig niedriger. Jobs war dafür bekannt, ein Visionär zu sein und Apple umzukrempeln; Als solche war seine Führung Teil des Erfolgs von Apple und des Aktienkurses. Letztendlich setzte sich das Vertrauen in das Unternehmen und seine Produkte durch und die Apple-Aktie erholte sich und erreichte bis Anfang 2020 neue Höchststände.