12 Juni 2021 14:18

Wie Investmentbanken Geld verdienen

Eine Investmentbank, zu der unter anderem die Bank of America, JPMorgan Chase und Goldman Sachs gehören, finanziert oder erleichtert in großem Umfang Handel und Investitionen für institutionelle Kunden. Aber das ist eine zu vereinfachende Sicht darauf, wie Investmentbanken Geld verdienen. Tatsächlich hat das, was sie tun, mehrere Facetten.

Die zentralen Thesen

  • Investmentbanken bieten eine Vielzahl von Finanzdienstleistungen an, darunter Research, Handel, Underwriting und Beratung bei M&A-Deals.
  • Proprietary Trading ist ein Versuch, Gewinne durch den Handel mit dem eigenen Kapital des Unternehmens zu erzielen.
  • Investmentbanken verdienen Provisionen und Gebühren für die Zeichnung von Wertpapierneuemissionen über Anleiheangebote oder Börsengänge.
  • Investmentbanken fungieren häufig auch als Vermögensverwalter für ihre Kunden.

Makler- und Versicherungsdienstleistungen

Wie traditionelle Vermittler verbinden Handelsblöcken für große Finanzinstitute.

Investmentbanken bieten auch Underwriting-Dienstleistungen an, wenn Unternehmen Kapital aufnehmen müssen. Beispielsweise könnte eine Bank Aktien im Rahmen eines Börsengangs (IPO) kaufen und die Aktien dann an Anleger vermarkten. Es besteht das Risiko, dass die Bank die Aktien nicht zu einem höheren Preis verkaufen kann, sodass die Investmentbank beim Börsengang Geld verliert. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, erheben einige Investmentbanken eine Pauschalgebühr für den Zeichnungsprozess.

Fusionen und Übernahmen

Investmentbanken erheben Gebühren für die Beratung bei Spin-offs und Mergers & Acquisitions (M&A). Bei einer Ausgliederung verkauft das Zielunternehmen einen Teil seines Betriebs, um die Effizienz zu verbessern oder um Cashflow zu generieren. Auf der anderen Seite finden Akquisitionen immer dann statt, wenn ein Unternehmen ein anderes Unternehmen kauft. Fusionen finden statt, wenn sich zwei Unternehmen zu einer Einheit zusammenschließen. Dies sind oft komplizierte Geschäfte und erfordern viel rechtliche und finanzielle Hilfe, insbesondere für Unternehmen, die mit dem Prozess nicht vertraut sind.

Erstellen von besicherten Produkten

Investmentbanken können viele kleinere Kredite wie Hypotheken aufnehmen und diese dann in einem Wertpapier bündeln. Das Konzept ähnelt in gewisser Weise einem Anleihen-Investmentfonds, außer dass das besicherte Instrument eine Sammlung kleinerer Schuldverschreibungen und keine Unternehmens- und Staatsanleihen ist. Investmentbanken müssen die Kredite kaufen, um sie zu bündeln und zu verkaufen, also versuchen sie zu profitieren, indem sie billig einkaufen und zu höheren Preisen auf dem Markt verkaufen.

Eigenhandel

Beim Eigenhandel setzt die Investmentbank ihr eigenes Kapital an den Finanzmärkten ein. Händler, die das Kapital des Unternehmens riskieren, werden in der Regel aufgrund ihrer Leistung entschädigt, wobei erfolgreiche Händler hohe Boni verdienen und erfolglose Händler ihre Jobs verlieren. Der Eigenhandel ist seit der Einführung neuer Vorschriften nach der Finanzkrise 2007-2008 weitaus weniger verbreitet.

Dunkle Pools

Angenommen, ein institutioneller Investor möchte Millionen von Aktien verkaufen, eine Größe, die groß genug ist, um die Märkte sofort zu beeinflussen. Andere Anleger auf dem Markt könnten den Großauftrag sehen, und dies eröffnet einem aggressiven Händler mit Hochgeschwindigkeitstechnologie die Möglichkeit , den Verkauf voranzutreiben, um von der kommenden Bewegung zu profitieren. Investmentbanken haben Dark Pools eingerichtet, um institutionelle Verkäufer auf geheime und anonyme Märkte zu locken, um ein Front-Running zu verhindern. Für den Service erhebt die Bank eine Gebühr.

Swaps

Investmentbanker verdienen manchmal Geld mit Swaps. Swaps schaffen Gewinnmöglichkeiten durch eine komplizierte Form der Arbitrage, bei der die Investmentbank einen Deal zwischen zwei Parteien vermittelt, die ihre jeweiligen Cashflows handeln. Die häufigsten Swaps finden immer dann statt, wenn zwei Parteien erkennen, dass sie gegenseitig von einer Änderung einer Benchmark, wie z. B. Zinssätzen oder Wechselkursen, profitieren könnten.

Market-Making

Investmentbanken haben häufig Market-Making-Operationen, die darauf abzielen, Einnahmen aus der Bereitstellung von Liquidität in Aktien oder anderen Märkten zu generieren. Ein Market Maker zeigt einen Quote (Kaufpreis und Verkaufspreis) an und verdient eine kleine Differenz zwischen den beiden Preisen, die auch als Geld-Brief-Spanne bekannt ist.

Anlagerecherche

Große Investmentbanken können auch direktes Research an Finanzspezialisten verkaufen. Geldverwalter kaufen häufig Research von großen Institutionen wie JPMorgan Chase und Goldman Sachs, um bessere Anlageentscheidungen zu treffen.

Anlagenmanagement

In anderen Fällen fungieren Investmentbanken direkt als Vermögensverwalter für Großkunden. Die Bank kann über interne Fondsabteilungen verfügen, einschließlich interner Hedgefonds, die oft mit attraktiven Gebührenstrukturen einhergehen. Vermögensverwaltung kann recht lukrativ sein, da die Kundenportfolios groß sind.

Schließlich arbeiten Investmentbanken manchmal mit Risikokapital- oder Private-Equity Fonds zusammen oder gründen diese, um Geld zu beschaffen und in private Vermögenswerte zu investieren. Die Idee ist, ein vielversprechendes Zielunternehmen zu kaufen, oft mit viel Hebelwirkung, und das Unternehmen dann weiterzuverkaufen oder an die Börse zu bringen, wenn es an Wert gewinnt.

Die Quintessenz

In einer kapitalistischen Wirtschaft   spielen Investmentbanker eine Rolle bei der Unterstützung ihrer Kunden bei der Kapitalbeschaffung, um verschiedene Aktivitäten zu finanzieren und ihr Geschäft auszubauen. Sie sind Finanzberatungsvermittler, die helfen, das Kapital zu bewerten und es verschiedenen Verwendungszwecken zuzuordnen.

Diese Aktivität trägt zwar dazu bei, die Räder des Kapitalismus zu glätten, aber die Rolle der Investmentbanker ist auf den Prüfstand geraten, weil es einige Kritik gibt, dass sie in Bezug auf die von ihnen erbrachten Dienstleistungen zu viel bezahlt werden.