17 Juni 2021 7:22

Ist der Bankensektor eine gute Wahl für Value Investing?

Seien wir ehrlich, es gibt keinen einfachen Weg, Aktien für Ihr Portfolio auszuwählen. Dies erfordert viel harte Arbeit, Forschung, ganz zu schweigen von Geld. Und Sie brauchen eine tragfähige Strategie, die zu Ihren kurz- und langfristigen Zielen passt. Vielleicht sind Sie ein Index Investor-ein passiver Investor, der Aktien und Hoffnungen wählt die Rendite des gesamten Aktienmarkt zu spiegeln. Oder Sie sind ein Wachstumsinvestor. Diese Art von Anleger sucht nach Aktiengewinnen, die auf dem wahrgenommenen Wert eines Unternehmens und seinem Wachstumspotenzial basieren. Eine andere Strategie ist das Value-Investing, bei dem Anleger die ganze Dramatik der Trends auf dem Markt durcharbeiten müssen. Stattdessen suchen Value-Investoren nach starken Unternehmen, die versuchen, ihre Dynamik beizubehalten.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf Value Investing und darauf, ob der Bankensektor mit dieser Strategie ein gutes Spiel ist. Um es kurz zu machen, der Bankensektor ist eine gute Wahl für Value Investing. Aber wie passen diese beiden zusammen?

Die zentralen Thesen

  • Der Bankensektor ist eine gute Wahl für Value-Investoren.
  • Value-Investoren suchen nach Aktien, die unter ihrem inneren Wert gehandelt werden.
  • Der Bankensektor zahlt Dividenden, was auf eine große Geschichte hinweist und den Anlegern eine Gewinnbeteiligung bietet.
  • Value-Investoren werden von Bankaktien angezogen, die angesichts der Hebelwirkung und der Art des Geschäfts am anfälligsten für kurzfristige emotionale Kräfte sind.

Was ist Value Investing?

Value Investing ist eine Strategie, die von Leuten verwendet wird, die Aktien wählen, die für weniger als ihren inneren  oder Buchwert gehandelt  werden. Value-Investoren suchen nach Aktien, bei denen der Marktpreis die zukünftigen Cashflows eines Unternehmens nicht vollständig widerspiegelt. Grundsätzlich glauben diese Anleger, dass die von ihnen gewählten Aktien vom Markt unterbewertet sind. Sie kaufen Aktien oft aggressiv zur gleichen Zeit wie andere verkaufen – in Zeiten schlechter Nachrichten, schlechter Performance oder schwacher Wirtschaftsbedingungen. Aber wenn die meisten Leute Aktien hinterherjagen, die höher galoppieren, tun Value-Investoren das Gegenteil: Sie verkaufen.

Value-Investoren konzentrieren sich eher auf langfristige als auf kurzfristige Ziele. Notlagen auf dem breiteren Markt oder auf Einzeltitelbasis schaffen Gelegenheiten für Value-Investoren, mit attraktiven Abschlägen zu kaufen. Der Bankensektor reagiert recht sensibel auf den Konjunkturzyklus und ist daher anfällig für Preis- und Bewertungsextreme, die Value-Anleger anziehen.

Der Bankensektor

Der Banken- oder Finanzsektor umfasst Unternehmen, die Verbrauchern Finanzdienstleistungen anbieten. Dazu gehören Privatkundenbanken, Versicherungsunternehmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen. Dieser Sektor hat einen großen Einfluss auf die Wirtschaft. Je stärker es ist, desto stärker wird die Wirtschaft. Aber mit der Schwächung des Sektors – wie die Ereignisse im Vorfeld der Weltwirtschaftskrise belegen – beginnt die Wirtschaft nachzulassen. Eine gesunde, stabile Wirtschaft erfordert also einen starken Finanz- und Bankensektor.

Viele der Aktien in diesem Sektor zahlen Dividenden aus, was viele Value-Investoren als gutes Zeichen für die Qualität eines Unternehmens ansehen. Je länger die Dividendenhistorie, desto besser für den Anleger, da sie eine gute Erfolgsbilanz zeigt. Es zeigt auch, dass das Unternehmen seit langem Anleger mit Gewinnanteilen versorgt.



Dividenden weisen eine starke Erfolgsbilanz auf und bieten eine Geschichte der Gewinnbeteiligung mit den Anlegern.

Am unteren Ende des Konjunkturzyklus

Angst grassiert am unteren Ende des Kreislaufs. Dies ist das Klima, in dem Emotionen den Preis bestimmen und nicht die Fundamentaldaten. Aktien des Bankensektors sind besonders hart betroffen, da sie über eine enorme Hebelwirkung verfügen und eng mit der Wirtschaft verbunden sind. Bankbilanzen arbeiten in der Regel mit einer zweistelligen Hebelwirkung, sodass ein kleiner Vermögensverlust die Banken in die Insolvenz treiben kann. Dies verstärkt irrationale Extreme, die typischerweise bei Markttiefs zu finden sind.

Wenn Banken Kredite vergeben, die zurückgezahlt werden müssen, ist das Ausfallrisiko viel höher. Und neue Kreditvergaben werden schwierig, da die Wirtschaft jeden dazu zwingt, erhebliche Risiken einzugehen. Hinzu kommen niedrigere Zinssätze, die das Bankgeschäft weniger profitabel machen. Dies ist jedoch hilfreich für Vermögenspreise, die helfen, die Bankbilanzen zu reparieren.

Kurzfristige vs. langfristige Investitionen

Die Perspektive eines Value-Investors lässt sich besser verstehen durch Benjamin Grahams Beschreibung der Börse als kurzfristige Abstimmungsmaschine, langfristig aber als Waage. Die Bedeutung dieser Metapher ist kurzfristig, Aktienkurse werden von den Emotionen und Meinungen der Marktteilnehmer bestimmt. Langfristig wird der Preis jedoch von der tatsächlichen Leistung des Unternehmens bestimmt.

Graham gilt als Begründer des Value-Investing und betont den Fokus auf die langfristigen Fundamentaldaten einer Aktie. Da Bankaktien angesichts der Hebelwirkung und der Art des Geschäfts möglicherweise am anfälligsten für diese emotionalen kurzfristigen Kräfte sind, liegt es nahe, dass Value-Investoren von diesem Sektor angezogen werden.

Value-Investoren suchen nach Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Wenn ein Unternehmen wirklich Probleme hat, kann es manchmal Geld verlieren, sodass diese Kennzahl weniger nützlich ist als der Umsatz oder die Bruttomargen. Ein weiteres Wertmaß ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (P/B). Der Buchwert des Unternehmens spiegelt den Buchwert des Unternehmens nach Berücksichtigung aller Arten von Verbindlichkeiten wider.