20.973 Jahre Zuchthaus – Das deutsche Asyldrama 2. Akt

20 Tausend 973 Jahre Haft.

So einen Strafantrag hat es in der türkischen Justizgeschichte bisher noch nie gegeben. Die Anklageschrift gegen die Kooperationsanwälte der deutschen Botschaft in Ankara ist von dem Staatsanwalt Mehmet Ilhan Kömürcügül fertiggestellt und von der 13. Strafkammer in Ankara zugelassen worden.

Ich hatte ausführlich zu den Hintergründen der Verhaftung der türkischen Rechtsanwälte, Yilmaz S. und Baki D. berichtet. (https://kamiltaylan.blog/2020/02/10/ist-der-papst-katholisch-das-deutsche-asyldrama/)   Sie überprüften für die deutschen Asylbehörden und für die deutschen Verwaltungsgerichte die Angaben der türkischen Flüchtlinge bezüglich ihrer politischen und juristischen Verfolgung in der Türkei.

Das Verfahren beginnt am 12. März. Angeklagt sind der Kooperationsanwalt der deutschen Botschaft Yilmaz Sunar und sein Kollege Baki Demirhan aus Diyarbakir. In ihrem Fall ist für jeden Haftangeklagten wegen Spionage, wegen Verstosses gegen die Geheimhaltungsvorschrift von strafrechtlichen Ermittlungen, und wegen Weitergabe von persönlichen, geschützten Daten an ausländische Staaten in 2329 Fällen insgesamt eine Haftstrafe von 20 Tausend 973 Jahren beantragt.

Außerdem soll in dem gleichen Verfahren, aus den oben genannten Gründen, der Rechtsanwalt Adnan Seker, sowie sein Bruder, der suspendierte Justizbeamte Yasar Seker, und der vom Dienst suspendierte Protokollbeamte der Justiz Nazif Gürkan Sener jeweils zu 93 Jahren Haft verurteilt werden.

Durch diese Anklageschrift ist auch bekannt gegeben worden, dass die türkischen Behörden über die Akten von 2329 politischen Flüchtlingen aus der Türkei verfügen. Laut Anklageschrift sollen diese in der Kanzlei von Yilmaz Sunar sichergestellt worden sein.

Am 12.3.2020 wurden Yilmaz Sunar und der Protokollbeamte Nazif Gürkan Sener unter Auflagen freigelassen. Das verfahren wird am 22.4.2020 fortgesetzt.

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