SÜPERMEN

Die Türkei ist das Land der „Supermänner“. Und glaubet mir, es ist wirklich nicht einfach in der Türkei „Süpermen“ zu werden.

Aber der hat es geschafft. Yildirim Demirören heißt er. Einer der besten Schleimlecker seines Präsidenten. Ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann, Multimilliarder – nicht mit türkischer Lira, sondern mit Euro.

 

Er hat etwa vor einem Jahr auf Befehl seines Präsidenten die Mediengruppe Dogan aufgekauft. Dazu gehören diverse Fernsehsender und die Tageszeitungen Hürriyet, Posta usw. Diese Mediengruppe war nicht so ganz auf der Linie Erdogans. Also hat der Emir Herrn Dogan ein Angebot gemacht, was Herr Dogan wirklich nicht ablehnen konnte: „Lieber Dogan, entweder enteigne ich dir deine Zeitungen und du landest im Knast, oder du verkaufst das Ganze für 700 Millionen US-Dollar an Demirören“. Ein solches Angebot konnte niemand abschlagen, auch wenn die Mediengruppe Dogan auf einen Wert von mehreren Milliarden Euro eingeschätzt wurde.

Der Präsident war auch großzügig, gewährte seinem Vasallen Demirören über eine staatliche Bank einen Kredit von 700 Millionen Dollar, mit einem Zinssatz von 1%. Nicht vergessen bei einer jährlichen Inflation von 30% in der Türkei.

Der Knecht Yildirim hat alle nicht linientreuen Journalisten sofort entlassen. Dadurch hat er zwar die Auflage der Printmedien mehr als halbiert, aber was soll´s? Hauptsache keiner kritisiert mehr Erdogan.

Heute erfuhr die Presse in der Türkei, dass Yildirim Demirören „seinen“ Journalisten den Gebrauch von einigen Wörtern grundsätzlich verboten hat. Zum Beispiel „Verteuerung“, oder „Preisanstieg“, oder „steigende Inflation“. Wer diese Wörter , in welchem Zusammenhang auch immer, benutzt, der fliegt sofort raus.

Aber Yildirim, -bedeutet im türkischen übrigens „Blitz“-, ist auch ein Multitalent. Er ist der Präsident des türkischen Fußballbundes. Auch von Erdogan auf diesen Posten gehievt. Niemand darf ihn kritisieren. Zwei Journalisten aus Yildirims Medienimperium wagten es dennoch, und kritisierten den Fussballpräsidenten. Sie flogen am selben Tag raus. Yildirim hatte nämlich schon vor einigen Jahren die Fernsehübertragungsrechte der türkischen Liga an Katar verkauft, und dabei kaum auf das Kleingedruckte geachtet. Jetzt musste der türkische Fußballbund 80 Millionå‚en US-Dollar Strafe zahlen. Eben darüber darf nicht berichtet werden.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. Der Blitz, also Yildirim, ist auch noch der Besitzer des größten und einzigen Sportwettenanbieters der Türkei. Mit der einen Hand organisiert er die Fußballliga und mit der anderen leitet er die Wetten zu dieser Liga. Das ist halt die Türkei des Islamisten Erdogan.

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