Der Scheich von DITIB

Im osmanischen Reich waren die religiösen Führer klar definiert. Der Sultan war per Definition der Kalif, also der oberste „Hirte“ des existierenden Islam auf der ganzen Welt, ähnlich wie der Papst. Diese Funktion hatte der osmanische Sultan mit der Eroberung von Mekka und Medina an sich bzw. an seine Dynastie gezogen und die gesamte islamische Welt hatte es auch so akzeptiert.

Natürlich waren die Sultane realistisch genug, um sofort zu erkennen, dass die religiöse Führung doch eine anstrengende Tätigkeit ist, zumal sie für die dazu notwendige religiöse Ausbildung kaum Zeit und Muße hatten. Also der Kalif, also der osmanische Sultan,  richtete eine „neue Planstelle“ ein, den „Scheich al-Islam“, den obersten Gelehrten des Islam. Seit 1424 war der Mufti der Hauptstadt des Reiches, der Mufti von Istanbul, auch gleichzeitig der Scheich al-Islam. Zwischen 1424 und 1922, bis dann das gesamte Kalifat von Atatürk abgeschafft wurde, gab es insgesamt 175 Scheichs al Islam. Manche waren fast 30 Jahre im Amt, andere ganz kurz. Einer war sogar nur 13 Stunden im Amt, bis der Sultan ihn, aus welchem Grund auch immer, halben Tag nach seiner Ernennung vom Dienst entfernte.

1922 schaffte Atatürk das gesamte Kalifat ab, aber behielt die gesamte Kontrolle über die Religion durch die Gründung des staatlichen Religionsamtes, die Diyanet. Heute werden alle Imame in der Türkei und im Ausland von „Diyanet“ bestimmt und kontrolliert. Fast 120.000 Menschen arbeiten für die Diyanet. Jeder Imam in einer türkischen Moschee ist ein Staatsbeamter der Diyanet. Auch alle Lehrkräfte an den Universitäten werden von der Diyanet ernannt.

Eine freie Wahl des Imam durch die sogenannte „Moscheegemeinde“ kennt der türkische Islam nicht. Die Diyanet versorgt jede Moschee mit einem verbeamteten Imam. Seit etwa 2002 sind die Imame weitgehend auch Parteimitglieder der regierenden AKP. Die Diyanet ist die geheime Armee eines Imams, und dieser Imam, der Vorbeter ist Erdogan.

Erdogans Scheich-Al Islam ist derzeit der Prof. Ali Erbas, der Chef der Diyanet in der Türkei, Ehrenvorsitzender und Vorsitzender des Religionsbeirats der DITIB. Er ist

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Prof. Ali Erbas

wahrhaftig ein Philosoph. Er macht sich viele Gedanken über die Muslime auf der Welt, ruft immer wieder auf, man möge für die „tapferen türkischen Soldaten“ in ihrem heldenhaften Krieg gegen Kurden in Syrien durch Gebete unterstützen. Also er tut alles, was ihm gesagt wird.

Prof. Erbas macht sich auch Gedanken über die westliche Welt, wie sein direkter Vorgesetzte Erdogan. Besonders über die sogenannte Dekadenz und über den Irrweg des Westens. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anatolien (AA) sprach der Scheich al-Islam auf Universität Inönü vorgestern zu den Studenten:

„Heute sind wir Zeugen, dass aus der westlichen Welt stammenden Informationen überall das Verhalten der Menschen bestimmen und ja sogar das gesamte Leben festlegen. Allerdings sehen wir auch, dass diese Anweisungen aus dem Westen die Menschheit in eine ernsthafte Krise, ja in eine Sackgasse führen.

Diese vom Westen vorgeschlagenen, vom Westen diktierten Denk- und Verhaltensmuster, sorgten dafür, dass die Menschheit den lang ersehnten Frieden und die Sicherheit nicht aufbauen konnte, sondern auch die Menschheit den Glauben an Frieden und die Hoffnung an die Zukunft verloren hat.“

Prof. Erbas ist die Stimme seines Herrn. Diese Meinung wiederholt Erdogan tagtäglich und fügt hinzu, dass der Islam in der Türkei die höchste Zivilisationstufe erreicht hat und kein Land auf der Welt sein Volk so viele Freiheiten gewährt wie die Türkei.

Das sagen natürlich nicht nur Erdogan und Prof.Erbas, sondern fast alle islamistischen Despoten auf der Welt. Islamismus ist das neue Doktrin der Diyanet und somit auch der DITIB in Deutschland.

Was macht man dagegen? Der Islam orientiert sich gen Osten. Nicht gen Süden, etwa zu Saudi Arabien, sondern Erdogan orientiert sich derzeit nach Osten. Zu Iran und zu Katar.

Und diese haben wie Erdogan nur einen einzigen Feind: Die Juden bzw., um politisch „gesichert“ zu agieren, Israel.

Was gint es da besseres, wenn nicht eine Pilgerfahrt nach Jerusalem?

Bildschirmfoto 2018-03-24 um 20.20.15Ja, richtig, nicht -wie im Koran vorgeschrieben- nach Mekka oder Medina, sondern nach Jerusalem. Die Stadt droht ja, endgültig in die Hände der Juden zu geraten, seitdem der US-Präsident die US-Botschaft dorthin verlegt hat.  Da müssen alle, auch Kinder und Frauen aus Deutschland dagegen kämpfen.

So oder ähnlich muss sich der Vorsitzende der DITIB gedacht haben, – ein Botschaftsrat in der türkischen Botschaft in Berlin. 74 meist Frauen und Kinder schickte DITIB nach Jerusalem, um dort u.a. in Al-Aksa Moschee zu beten.

Eine Pilgerfahrt nach Jerusalem steht in keinem Koran auf dieser Welt und ist nur eine politische Erfindung des Herrn Erdogan, der sich seit einiger Zeit zum Hüter von Jerusalem erklärt hat.

Das ist auch nicht islamische Religionsausübung, sondern islamistische Propaganda.

Und in diesem Zusammenhang gebe ich Herrn Seehofer Recht: Dieser Islam hat in Deutschland nichts verloren.

Aber diesen Islam haben deutsche Politiker der CDU, der FDP, der Grünen und der SPD hoffähig gemacht. Jetzt wird es langsam Zeit, diesen Fehler zu korrigieren.

 

 

 

 

 

 

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