JA, ich bin GEGEN den KRIEG

Ich bin nicht nur gegen den türkischen Angriff in Syrien. Nein, ich bin gegen jeden Krieg.

Ich war lang genug Berichterstatter im Krieg und ich habe nur Elend und Tod gesehen. Ich habe nie Gewinner kennengelernt , sondern nur Verlierer. Für mich gibt es keinen „gerechten“ Krieg.

Und kein Krieg löst die Probleme. Auch dieser, Erdogans Krieg gegen die Kurden in Syrien, wird danach den Frieden nicht bringen, wie alle Kriege gegen die Kurden in den vergangenen 80 Jahren der türkischen Republik zuvor.

Ja, ich bin gegen diesen Krieg. Und ich weiß, wenn ich jetzt in Istanbul wäre, würde ich schon heute Mittag im Knast sein, denn Erdogan hat es verboten, sich gegen seinen Feld- und Mordzug in Syrien zu äußern.

Dutzende Journalisten, Schriftsteller, und Parteimitglieder der prokurdischen HDP sind in Haft, weil sie sich in sozialen Medien und in der Presse gegen diesen Krieg geäussert haben. Erdogan duldet keine Gegenstimmen.

Die einzige Partei, die sich gegen den Krieg stellt, ist die HDP bzw. deren Abgeordnete und Mitglieder, die noch auf freiem Fuss sind.

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Der MP diktiert

Erdogans Ministerpräsident, Binali Yildirim,  hat vorgestern die gesamte türkische Presse in Istanbul zu einer Sitzung einberufen, um denen zu diktieren, was sie schreiben dürfen, was sie schreiben müssen. Sie müssen schreiben, dass der Krieg nur gegen die PKK geführt wird, und nur zum Schutze der „Zivilbevölkerung“.  Fragen dazu? Nicht erlaubt!

Der Ministerpräsident diktierte, dass die Presse in ihren Veröffentlichungen die hervorragende türkische Waffenindustrie loben muss. Dazu wurden gleich die Tweets mit dem Sohn von Erdogan an die Presse zugespielt. Der Sohn heißt Bilal Erdogan, war nicht mal beim Militärdienst, sitzt aber auf dem Photo in der Einsatzzentrale der Drohen der türkischen Luftwaffe, die in Syrien das Geschehen beobachten und aus der Luft den Tod koordinieren.

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Bilal Erdogan(Sohn) und Selcuk Bayraktar (Schwiegersohn) im Einsatzbunker der türkischen Luftwaffe

Dabei ist auch der Schwiegersohn von Erdogan, direkt neben dem Bilal. Selcuk Bayraktar heißt er und ihm gehört die Fabrik, die die Drohen herstellt. Also die Familie beobachtet auf diesem Photo  ihr Kriegsgerät, welches sie für teures Geld an die türkischen Streitkräfte verkauft hat.

Der Ministerpräsident fügte auf dieser „Konferenz“ hinzu, dass über Proteste gegen den Krieg nicht berichtet werden sollte. Kein Fernsehen, keine Zeitung wird es wagen „Erdogans Krieg“ in Frage zu stellen.

Schon ein Tweet reicht, um wegen Unterstützung der Terrororganisation PKK für Jahre im Knast zu verschwinden.

Daher tönt Erdogan, dass innerhalb des türkischen Volkes die Zustimmung zum Krieg bei 99,9% liege.

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