Erdogan`s Marsch nach Jerusalem

Die türkischen Zeitungen haben an diesem Montag nur noch zwei Themen. Ein ganz großes und und ein etwas kleineres. Das große Thema ist selbstverständlich „Jerusalem“. Erdogan selbst befahl diese Tonlage in der Presse schon gestern auf der von ihm organisierten „Jerusalem-Kundgebung“ an:

„Wir überlassen Jerusalem nicht diesen israelischen Kindermördern!“

Am Mittwoch kommen „alle“ islamischen Staaten in istanbul zusammen und wollen die Massnahmen gegen Israel und gegen die USA besprechen. Ziel sei ein gemeinsamens Vorgehen gegen Israel.

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Der erste Schritt für gemeinsame Armee, die dann nach Jerusalem marschieren soll, sei schon getan, meldet ein islamitisches Blatt: Der Präsident von Malaysia soll schon seine Bereitschaft angekündigt haben, mit einer Armee dabei zu sein, wenn der Islam  gen Jerusalem marschiert“.

Wie er seine Armee von Malaysia zum Nähen Osten transportieren wird,  bleibt noch sein Geheimnis. Aber es ist eine „tapfere“ Geste und der Islam lebt bekanntlich von „tapferen“ Gesten, von leeren Sprüchen. Vielleicht erfahren wir am Mittwoch mehr.

 

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Für SEINE Presse steht der Eroberer von Jerusalem schon lange fest: Der Präsident Erdogan. Er wird an der Spitze der Gemeinschaft der Gläubigen Jerusalem von den „kindermörderischen Besatzern“ befreien.

Heute kommt deswegen auch Putin, völlig ausserplanmäßig, nach Istanbul. Er wird sich vermutlich auf die Seite der „Gläubigen“ stellen, die baldige Lieferung der russischen Abwehrraketen an die Türkei ankündigen, und vermutlich vor allem die Beendigung der Feindschaft zwischen Assad und Erdogan bekannt geben.

Dadurch könnte ich mit Iran, Syrien, Hamas und Hizbollah an meiner Seite das Drohpotential auf Israel erhöhen, denkt der schlichte türkische Präsident Erdogan.

Innerlich bedankt er sich aber mit Sicherheit bei Trump, dass dieser zum richtigen Zeitpunkt alle Blicke auf Jerusalem gelenkt hat. Kaum einer mehr berichtet über den laufenden Prozess in New York. Über den Prozess seines besten Freundes einst, über Reza Zarrab, und wie dieser die Familie Erdogan bestochen hatte.

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Das zweite Thema in der Presse des türkischen Staatspräsidenten ist vermutlich die demnächst bevor stehenden Demontage der größten Oppositionspartei des Landes, der CHP.

Schon vergangene Woche hatte der türkische Innenminister Soylu angefangen, die gewählten Bürgermeister der CHP mit  Bestechungsvorwürfen abzusetzen und sie mit Beamten seines Ministeriums zu ersetzen. Das ist übrigens die gleiche Vorgehensweise gegen die andere Oppositionspartei, der pro-kurdischen HDP.  HDP besitzt schon lange keine eigenen Bürgermeister mehr.

Jetzt erklärt der Innenminister dem Vorsitzenden der CHP, Kemal Kilicdaroglu: „Du bist erledigt!“

Kemal Kilicdaroglu  wird erledigt, weil er die geheimen Firmen der Familie Erdogan auf der Isle of Man, auf einem Steuerparadies, in der irischen See veröffentlicht hatte.

Außerdem wird nächstes Jahr gewählt und Erdogan hätte nur eine Chance, die Wahlen zu gewinnen, wenn die Opposition nicht mehr kandidiert.

Und was unternimmt der Vorsitzende der CHP gegen seine politische Demontage? Leider nichts.

 

 

 

 

 

 

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