Zum Sonntag etwas „Folklore“ aus der Türkei: FOLTER!

Der Sonntag ist eigentlich ein sehr langweiliger Tag im türkischen Pressewesen. Da findet man selten was Neues in den Medien. So auch heute.

Daher vielleicht als Alternative eine Meldung, die kaum ein Blatt in der Türkei drucken würde. Der Bericht zu Folter.

Die Menschenrechtsvereinigung (İHD) und die Menschenrechtsstiftung der Türkei (TİHV) berichteten am Samstag, dass 2.278 Menschen in den ersten 11 Monaten des Jahres 2017 in der Türkei gefoltert und 11 entführt wurden.

Bei der Veröffentlichung ihres Menschenrechtsberichts in der Türkei im Rahmen eines andauernden Ausnahmezustands stellten der IHD und TİHV fest, dass Menschenrechtsverletzungen in der Türkei ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht haben. Unter Hinweis darauf, dass die Regierung der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) seit dem 20. Juli 2016, 28 Dekrete per Gesetzeskraft erlassen hat und, dass nur fünf von ihnen rechtzeitig vom Parlament verabschiedet wurden, obwohl alle Gesetze gemäß der türkischen Verfassung vom Parlament verabschiedet werden müssen, unterstrichen der IHD und TİHV, dass die Regierung mit ihren Notstandsdekreten Garantien für Staatsbeamte geschaffen hat, dass sie nicht wegen Verstößen, die während der Zeit der Notstandsregelung begangen wurden, verfolgt werden. dazu zählen natürlich alle folternden Polizeibeamten bzw. Militärs.

Dem Bericht der beiden Rechtsorganisationen zufolge haben die Sicherheitskräfte in den ersten elf Monaten des Jahres 2017 36 Menschen getötet und 12 Personen durch willkürliches Schießen in eine Menschenmenge verwundet, unter dem Vorwand, dass diese Personen  einem Befehl der Sicherheitskräfte nicht sofort Folge geleistet hätten.

Insgesamt 695 Menschen, darunter 183 Soldaten, 460 Angehörige der kurdischen Guerilla und 52 Zivilisten, wurden bei Zusammenstößen in der Türkei getötet und 310 verletzt.

Dreiundzwanzig Menschen, darunter sechs Kinder, wurden bei Unfällen mit gepanzerten Sicherheitsfahrzeugen getötet und 46 verletzt. Sechs, darunter fünf Kinder, wurden getötet und 25 wurden bei Explosionen von Landminen und anderen unkontrollierten Sprengstoffen im ganzen Land verletzt.

Im Jahr 2017 starben mindestens 322 Frauen und 68 Kinder an den Folgen häuslicher Gewalt.

Bei Industrieunfällen kamen 1.851 Menschen ums Leben.

Insgesamt 570 Personen bewarben sich auf der TİHV als Folteropfer; 2.278 wurden gefoltert und misshandelt, 423 in Haft.

Laut dem Bericht İHD wurden bis zum 30. Mai 2017 11 Fälle von Entführung oder „erzwungenem Verschwinden“ in der Türkei gemeldet.

Zum 1. November befanden sich 230.735 Menschen in türkischen Gefängnissen, davon 1.037 mit gesundheitlichen Problemen. Die Zahl der Gefängnisinsassen betrug im Jahr 2015 – 178.089 und im Jahr 2014 – 154.179.

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