Der Zusammenbruch

Das Ende naht. Wenn die Blätter Erdogans nur noch Verrat wittern, und nur noch Durchhalteparolen streuen, dann naht Erdogans Ende. Und das Ende, der politische Exitus Erdogans  ist bald.

Erdogan ist verzweifelt. Er ist ist verzweifelt, weil er merkt, dass mindestens 50% der Menschen in der Türkei ihn für einen korrupten Verbrecher halten, weil mindestens 50% der Menschen in der Türkei anscheinend entschlossen sind, ihn nicht mehr an der Macht erleben zu wollen. Kurz das System Erdogan ist vor dem Zusammenbruch.

Ein Prozess in Süd-Manhattan hat Erdogans Ende endgültig eingeleitet. Die Aussage des Reza Zarrab vor den Geschworenen in New York war das letzte Schubsen für den Sturz des Kartenhauses des Diktators. Reza Zarrab war nicht einer von „aussen“, sondern einer  aus dem innersten Bereich des Machtzentrums Erdogans. Reza war fast sowas wie ein Familienmitglied in der Familie Erdogan, er beschenkte alle „Stiftungen“ der Famile mit Millionen. Erdogan hatte seine Minister verdonnert, Zarrab zum „Unternehmer des Jahres“ zu ernennen. Erdogan ließ die Akte „Zarrab“ verschwinden, als die türkische Staatsanwaltschaft 2013 Haftbefehle wegen Korruption gegen Zarrab und mehreren Ministern der Erdogan Regierung erlassen hatte.

Erdogan wollte dieses Auftreten von Zarrab vor einem US Gericht mit allen Mitteln verhindern. Er war mehrmals bei Trump, um zu verhindern, dass Zarrab vor dem Gericht erscheint. Gut, dass das Rechtssystem in den USA noch einigermaßen funktioniert.

Seit vergangener Woche sitzt große Teile der „Erdogans Nation“ am PC und folgt in twitter einen Prozess in New York. Dort wird Scheibe für Scheibe das System Erdogan demontiert. Mit allen Details erzählt Zarrab, wie er die Regierung Erdogan korrumpiert hat, um den Ölhandel Irans trotz aller internationalen Verbote über den NATO-Staat Türkei  aufrechtzuerhalten. Zarrab erzählt, und es wird alles noch an Hand von abgehörten Telefonaten und Videos bestätigt, wie er und seine Kuriere die Millionen an die Minister, an die Bankdirektoren überbracht haben. Und das alles konnte realisiert werden, weil Erdogan dem Plan zugestimmt und seine Minister angewiesen hatte, die internationalen Verbote gegen Iran zu umgehen.

Jetzt erklärt er seinen besten Familienfreund Zarrab, zu einem Spion, erläßt Haftbefehle gegen seine Familienmitglieder, beschlagnahmt das übrig gebliebene Vermögen Zarrabs in der Türkei. Seine Medien drucken das ab was Erdogan ihnen diktiert. Seine Argumentation: Die Feinde der Türkei haben sich unter der Leitung der Gülen Bewegung (FETÖ) einen Komplott ausgedacht, um mit Hilfe Zarrabs die Türkei zu zerstören.

Lächerlich:

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 06.58.27Die türkische Tageszeitung HÜRRIYET berichtet heute, dass der Dolmetscher Zarrabs in dem Verfahren ein „türkischer Mormone“ sei.  Darauf muss man schon kommen können. Die Zeitung suggeriert, der Mann ist ein „Christ“ und zwar von der schlimmsten Sorte, nämlich Mormone.

Kein Mensch kennt in der Türkei die Mormonen, aber wenn HÜRRIYET es so benennt, dann muss es was ganz schlimmes sein. Die nächste Steigerungsstufe könnte ein „Geheimvertrag“ zwischen den Mormonen und der FETÖ sein. Das kommt noch bestimmt.

Was will Erdogans Presse dem Volke Erdogans mit einer solchen Meldung sagen?

Wenn ein Mormone, der auch noch mit einer Amerikanerin verheiratet ist, der Übersetzer Zarrabs im Gericht ist, dann übersetzt er Zarrabs Aussage bestimmt falsch, um „die Türkei“ ins Misskredit zu bringen. Verstanden? Wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Das Volk Erdogans wird es schon verstehen, Inschallah, hoffen Erdogan und seine Presse.

Um die Reihen für Erdogan zu schliessen, muss auf Verrat und auf Verräter, auf die sogenannten Feinde der Türkei hingewiesen werden. Die ewig dumm dämliche Vorgehensweise aller Diktatoren:Bildschirmfoto 2017-12-04 um 06.56.28

„Die USA wollen mit den Argumenten der FETÖ die türkische Wirtschaft zerstören“, posaunte gestern der Diktator im tiefsten Anatolien, wo er sich anscheinend noch sicher fühlt. „Und es gibt einige Unternehmer, die ihr ihr Geld ins Ausland schaffen, bevor sie selber ins Ausland flüchten werden“, fügte er hinzu.

Die altbekannte Theorie der „vaterlandslosen Gesellen“ auf erdoganisch. Dazu zählt natürlich nicht  nur die gesamte parlamentarische Opposition, die seit Tagen auch in die Kerbe der Korruption haut, mit eigenen Beispielen. (Bellway  auf Man of Isle)

Dazu zählen auch die Unternehmen, die der Opposition nahe stehen. Erdogan droht allen Unternehmern: „wenn ihr mich jetzt im Stich läßt, dann wird es euch so ergehen, wie es den Unternehmer der Gülen Bewegung ergangen ist“. Sie  werden schlicht und einfach mit fadenscheinigen Argumenten verstaatlicht.

Aber die Türkei, bzw. das System Erdogan hat noch mehr Feinde. Noch einige Beispiele nur aus den Zeitungen von heute? Bitte sehr und nur aus den Titelseiten :

Bildschirmfoto 2017-12-04 um 06.56.00   „Die USA und der IS haben sich in der Aufteilung des Erdöls geeinigt“, schreibt ein anderes Regierungsblatt. Man hätte 6 Verträge unterschrieben. Wie sieht dieser Plan der USA aus? Die USA lassen 300 militante IS – Kämpfer aus Rakka abziehen, dafür überläßt der IS das Erdölgebiet der PKK.

So einen Schwachsinn kommentiere ich nicht weiter.

 

 

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„Der geheime Dubai-Plan des Reza Zarrab “ ist auch so eine Überschrift, die man heute in allen Erdogans Blättern lesen kann. Der Plan: Zarrab wolle nach seiner Entlassung aus der Haft in den USA, -wann auch immer-, mit seiner Familie nach Dubai ziehen. Dubai? Dubai ist doch einer der Feinde Irans und der Türkei ? Den Rest der Argumentation könnt ihr euch vorstellen.

 

 

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Natürlich darf an einem heutigen Tag die Eroberung Jerusalems nicht fehlen. Der sich bekennende Antisemit Erdogan hat am Wochenende mit dem „Palästinenserführer“ Abbas gesprochen und ihm die Unterstützung der Türkei für einen „Staat Palästina“ in den Grenzen vor 1967 zugesichert.  Und heute wittert Erdogan die eigentlichen Feinde der Palästinenser, die selbstverständlich seine Feinde sind: Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die mit Trump zusammen Jerusalem als die Hauptstadt Israels anerkennen werden . Die beste Antwort darauf sei eine neue Intifada.

 

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Bei so vielen Feinden und Verrätern darf natürlich eine Gruppe nicht fehlen. Die PKK. Ein Überläufer soll erzählt haben, dass die PKK mit Unterstützung der USA einen Korridor zum Mittelmeer bekommen werde, um das syrische Erdöl ungehindert verkaufen zu können. Alles klar!

 

 

 

Diese Presse allein beweist, dass das Ende Erdogans nicht weit ist. Die Frage ist nur, endet dies alles in einem Bürgerkrieg oder, wird Erdogan vorher „gegangen“. Die Gefahr eines Bürgerkriegs ist relativ groß, wenn Erdogan die CHP Opposition in Haft schickt. Die Ermittlungsverfahren gegen fast alle wichtigen Personen in der CHP sind schon eingeleitet. Hinzu kommt, dass die Partei angekündigt hat, morgen noch mehr über die angenommenen Bestechungsgelder in der Familie zu berichten. Die CHP erklärt auch immer wieder, dass dem Land, wenn Erdogan weiter im Amt bleiben sollte, ein Bürgerkrieg droht.

Die „friedliche“ Alternative wäre die Vernunft. Auf die eigene Vernunft Erdogans darf nicht zu sehr gehofft werden. Daher wäre es sehr vernünftig, wenn er „gegangen“ wird. Von wem auch immer? Von den Militärs, von der eigenen Partei, und durch eine „Einladung“ aus Katar.

Fest steht allerdings Erdogan ist nicht mehr zu halten.

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