Die Geldgeschäfte der Familie Erdogan

Anfang dieser Woche trug der Oppositionsführer im türkischen Parlament, Kemal Kilicdaroglu (CHP), die einträglichen Geldüberweisungen mehrerer Personen aus der Familie Erdogan.

Für diese Geschäfte soll ein bekannter türkischer Unternehmer eine Firma auf der Insel Man, auf der kleinen Steueroase in der irischen See – BELLWAY Ltd. gegründet haben.

Da vermutlich die von der CHP vorgelegten Belege demnächst aus dem türkischen Internet verschwinden werden, könnt ihr euch die von der CHP vorgelegten Dokumenten euch auf dieser Seite anschauen.

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Diese Unterlagen müssen anscheinend schon eine Weile in den Schubladen der CHP oder anderswo liegen, denn der vom Vorsitzenden Kilicdaroglu angegebene Geschäftsführer der Bellway Limited, Kazim Öztas,  ist schon seit 2 Jahren nicht mehr Geschäftsführer. Er wurde am 11. November 2015 von Bahattin Ayan ersetzt. Aber ansonsten ist die Firma existent, noch immer, auf der Isle of Man.

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Familienmitglieder der Erdogans sollen über diese Briefkastenfirma ziemlich große Summen bekommen haben. Diese Transaktionen sind in den Dokumenten der CHP einzeln mit den Fotokopien der Überweisungsformulare dargestellt.

 

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Also fassen wir zusammen: Die Vorgehensweise Erdogans scheint  immer gleich zu sein. Einer von den Baulöwen will einen großen Milliarden schweren Auftrag vom Staat. Er bietet Erdogan dafür Geld für ein Entgegenkommen an und wenn die Summe dem Staatspräsidenten akzeptabel erscheint, dann bekommt der Bauunternehmer auch den Auftrag. Vorher muss er nur eine kleine Firma einrichten, über die anonym die Millionen an die Familienmitglieder verteilt werden.  Erdogan wird nirgendwo erwähnt.

Die Reaktionen aus der Regierungspartei AKP und die der Familie Erdogan auf die Erklärungen des Oppositionsführers sind durchaus interessant.

Am heftigsten reagierte der Staatspräsident Erdogan, obwohl er in diesem Fall auch mit keinem einzigen Beleg belastet wird. Sein Name taucht nirgends auf. Er stellte eine Strafanzeige, gegen den Vorsitzenden Kilicdaroglu, und leitete eine Privatklage wegen Beleidigung ein. Dabei kann er das nicht, weil er juristisch mit diesem Fall nichts zu tun hat. Aber er wird schon die richtigen Richter finden, die dem Präsidenten uneingeschränkt Recht geben werden.

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