94 Jahre türkische Republik

Heute ist 29. Oktober 2017. Vor genau 94 Jahren rief Atatürk die türkische Republik aus, beendete ganz offiziell das osmanische Reich und das Khalifat. Und seit 94 Jahren leiden besonders die türkischen Islamisten an diesem 29. Oktober. Der 29.Oktober gilt seit 94 Jahren als der schwärzeste Tag des Islams in der Türkei. Die Gründung des laizistischen Staates.

Die türkischen Islamisten haben schon vor Jahren die offiziellen Feierlichkeiten zum Gründungstag der Republik abgeschafft, auch aus ihren eigenen Medien. Wir schauen e an diesem 28.Oktober das „Kampfblatt der Islamisten“, die Tageszeitung „Yeni Safak“ mal an.

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Ja, der Jahrestag zur Gründung der Republik findet in dieser Zeitung eine kleine Erwähnung. In Form vonBildschirmfoto 2017-10-29 um 06.23.28 einer Werbeanzeige eines Mobilfunkanbieters und eine sehr distanzierte Notiz der Redaktion auf einer türkischen Fahne. Klar und deutlich formuliert, so in der Art, das ist zwar nicht unser Fest, aber wir können es als Regierungspartei nicht unerwähnt lassen.

 

Bildschirmfoto 2017-10-29 um 06.12.59Dann aber mal los: Neue Kriegsziele werden definiert. Erdogan will anscheinend im Nahen Osten die Grenzen neu bestimmen. „Falls wir Afrin nicht einnehmen, ist Hatay gefährdet“ lautet die dicke Überschrift in der Zeitung. Afrin ist eine Stadt in Syrien, und ist schon seit langem unter der Kontrolle der dort lebenden Kurden. Erdogan und mit ihm natürlich die anderen regierenden Islamisten  möchten schon seit langem die kurdischen Enklaven in Syrien überfallen,  um sich einen freien Zugang zum das syrischen Erdöl zu schaffen. Heute hetzen sie wieder gegen die Kurden und behaupten, die Kurden wollen die türkische Provinz Hatay im Süden der Türkei einnehmen. Dabei erwähnt die Zeitung natürlich nicht (wie alle anderen Medien des Landes auch), dass die Provinz Hatay 1938 von Atatürk, -nach einer sehr dubiosen Volksabstimmung-, annektiert wurde.

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Übrigens Volksabstimmung. Natürlich ist auch Katalonien auf der heutigen Titelseite des Kampfblattes. Und es ist eine „gute“ Nachricht, dass Spanien jetzt Stärke demonstriert. Erwähnt wird auch, dass die türkische Regierung verkündet habe, dass sie den Staat Katalonien nicht anerkennen werde. Ja, jenes Katalonien, das vor einigen Wochen die Unabhängigkeit der kurdischen Autonomieregion anerkannt hatte.

Bildschirmfoto 2017-10-29 um 06.12.04    Erdogan wechselt seine Oberbürgermeister aus, um angeblich eine bessere Startposition bei den nächsten Kommunalwahlen 2019 zu haben. Erdogan befiehlt: „Gibt eueren Rücktritt bekannt, ansonsten wird das Notwendige getan.“ Das Notwendige? Das sind schon vorbereitete Akten, die „nachweisen“ können, dass dieser oder jener Bürgermeister Mitglied der FETÖ ist.

Daher treten die Bürgermeister ohne irgendwelche Begründung zurück. Gestern war der langjährige OB von Ankara dran, mit seinem Rücktritt. Ohne Begründung ist er zurückgetreten. Und kein Mensch fragt nach, warum bist du denn zurückgetreten. Der OB von Ankara sagte bei seinem Abschied: „Ich habe keine Grund für einen Rücktritt, aber wenn Reis (Führer) meinen Rücktritt verlangt, dann gehorche ich ihm.“

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„Deutschland erweicht“ heißt die Überschrift einer anderen Meldung auf der ersten Seite der Zeitung. Laut dem Kampfblatt der Islamisten hätte Merkel seit 10 Tagen ihren Kurs gegenüber der Türkei geändert. Es werden nicht mehr die Terrororganisationen unterstützt, sondern Merkel habe Schröder vorgeschickt, um die Beziehungen zur Türkei zu verbessern. Außerdem die deutschen Firmen in der Türkei würden seit 10 Tagen verlautbaren, dass der türkischen Wirtschaft wieder vertraut werden kann.

Dazu habe ich aber eine Frage: Frau Merkel, was ist an der letzten Nachricht wahr?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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