JETZT IST KRIEG ANGESAGT

Jetzt rollen die Panzerketten für den Sieg. Deutsche Panzerketten übrigens. Die Panzerketten der deutschen Leopard Panzer, die die Bundesregierung im Rahmen der NATO der türkischen Armee verkauft oder geschenkt hat. Aber nicht nur deutsche Panzer, auch deutsche Munition, deutsche Gewehre, deutsche Transportfahrzeuge…

Die Panzer werden gen Irak und Syrien rollen. Das hat das türkische Parlament auf Anweisung von Erdogan beschlossen. Der Feind? Die Kurden!

Wenn in der kurdischen Autonomieregion im Norden Iraks die Bevölkerung morgen sich für die Gründung eines freien Kurdistans, für die Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates, entscheiden sollte,  haben Erdogan und die türkische Armee alle Vollmachten sofort in diese Autonomieregion einzumarschieren, einen Krieg zu starten.

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Der Beschluss des türkischen Parlaments geht sogar noch weiter: die Armee soll nicht nur gegen die kurdische Autonomieregion im Norden Iraks marschieren, sondern gegen die sämtlichen kurdisch kontrollierten Gebiete in Irak und in Syrien. Mit anderen Worten: gestern erklärte die Türkei gegen 40 Millionen Kurden im Nahen Osten den Krieg. 

Und wenn es um das Töten von Kurden geht, dann sind sie sich alle einig im türkischen Parlament. Bis auf wenige Gegenstimmen der prokurdischen HDP stimmten im türkischen Parlament alle Fraktionen für den Krieg gegen die Kurden. Die Islamisten der AKP, die Grauen Wölfe und die Nationalisten der MHP, und natürlich auch die sogenannten Sozialdemokraten um den türkischen Oppositionsführer Kilicdaroglu.Bildschirmfoto 2017-09-24 um 08.13.03

Ja, jener Kilicdaroglu, der für mehr Gerechtigkeit Anfang des Sommers von Ankara nach Istanbul marschierte. Beim Ermorden von Kurden, aber auch von anderen Minderheiten, sind sich die Türken anscheinend immer einig.

Schon in der nächsten Woche trifft sich Erdogan in Teheran mit dem iranischen und dem irakischen Präsidenten, um weitere Schritte gegen die Kurden zu besprechen. Der Möchtegern sunitische Führer der islamischen Welt paktiert mit den Schiiten, wenn es gegen die sunitischen Kurden geht. Wenn es um Kurden geht, dann spielen die religiösen Feindschaften keine Rolle mehr, zumal hinter den Kurden Israel vermutet wird, und Israel ist der größte Feind alle Muslime. So einfach ist die Gleichung des Nahen Ostens. Deshalb tritt auch der Islam für einen palästinensischen Staat ein, aber nicht für einen kurdischen Staat.

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Atatürk hatte es schon vor 94 Jahren vorausgesagt, schreibt die nationalistische Tageszeitung SÖZCÜ, und meint, den Krieg gegen die Kurden im Herbst 2017

Was mich etwas irritiert ist die Haltung der Europäer? Bis jetzt kein Wort zu dem Ansinnen des türkischen Präsidenten. Glauben etwa westliche Politiker der Krieg wird auf die Region beschränkt bleiben? Geht die europäische Politik wirklich davon aus, wenn in der kurdischen Autonomieregion Krieg geführt wird, werden die anderen Türken und Kurden in den Städten der Türkei oder auch in deutschen Städten dem Ganzen emotionslos zuschauen? Das wäre mehr als naiv.

 

 

 

 

 

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