ENDLICH WIEDER KRIEG – oder die endgültige Balkanisierung des Nahen Ostens?

„Endlich wieder Krieg“. Die regierungsabhängige Presse in der Türkei jubelt, denn bald wird wieder Blut fliessen, und endlich werden wieder Kurden „geschlachtet“. Darauf hoffen alle Schleimlecker im Erdogans Propagandaapparat. Derzeit durchschreiten die meisten türkischen Medien eine ihrer blutrünstigsten Phasen.

Unknown
Masud Barzani

Worum geht es? Der Präsident der autonomen kurdischen Föderation im Norden des Irak will durch eine Volksabstimmung am 25. September 2017 die Kurden entscheiden lassen, ob im Norden des Irak ein kurdischer Staat entstehen soll oder nicht. Die Mehrheit für einen kurdischen Staat ist dem Präsidenten Barzani sicher, denn die Kurden in der Region wollen endlich einen eigenen kurdischen Staat haben. Ein kurdischer Staat im Nahen Osten und noch dazu gesegnet mit reichen Ölquellen? Ein Alptraum für die Nachbarstaaten.

Dagegen sind die irakische Regierung in Bagdad, Iran und natürlich auch die Türkei. Heute hat die Türkei im Norden der kurdischen Autonomieregion mit Militärmanövern begonnen, und Erdogan droht stündlich mit dem Einmarsch in die Autonomieregion, falls die Abstimmung durchgeführt werden sollte. Iran und die schiitische Regierung in Bagdad wollen sich natürlich diesem Krieg anschliessen, damit die Ölfelder von Kirkuk nicht allein unter die Herrschaft Erdogans geraten.

Im Nahen Osten wird offen von ein neuer Krieg angestrebt und zwar bald, sehr bald sogar.

Die türkische Presse, nicht nur die islamistische türkische Presse, IMG_0650sondern auch die kemalistische, nationalistische Presse träumen von einem Eroberungskrieg, um die Grenzen im Nahen Osten neu gestalten. „Dieses Mal werden wir die Grenzziehung bestimmen“, lauten die Überschriften der türkischen Zeitungen seit Tagen. Damit ist die Korrektur der damaligen Grenzziehung der Siegermächte nach dem ersten Weltkrieg gemeint.

Aber das ist natürlich nicht Alles. Hinter diesen Kriegsabsichten stecken selbstverständlich der tiefe Hass der Türken gegen die Kurden, der bei der türkischen Regierung unter der Rubrik: „Das dazu Notwendige wird getan“ läuft. Mit anderen Worten, wir töten die Kurden oder vertreiben sie in den Süden. Dann sind die Ölfelder von Kirkuk unser.

Und viele träumen, als islamische Eroberer unserer Tage, von einem großen Feldzug gen Süden, gen dem eigentlichen Hauptfeind: Israel.

Die Islamisten um Erdogan, die Kemalisten und die Nationalisten sind sich -bedingt durch ihr gemeinsames antisemitisches Weltbild- in einem Punkt einig:

IMG_0652Hinter der Idee des kurdischen Staates stecken die Juden bzw. deren Staat Israel.

Die tief verwurzelten und gesellschaftlich akzeptierten Antisemitismus und Kurdenhass in der Türkei treiben derzeit die Massen in die Hände von Erdogan, um vielleicht in der nächsten Woche einen Krieg zu starten.

Es gibt kaum eine Stimme in Istanbul und anderswo in der Türkei, die vor den Folgen eines Krieges warnt. Vermutlich würde sie auch gleich zum Schweigen gebracht.

Die Großmächte wie USA und Russland sind auch von dem bevor stehenden Angriff auf die kurdische Autonomieregion informiert. Gemeinsames Schweigen.

Mit anderen Worten: wir gehen zusehends auf einen brutalen Krieg zu, der wie einst der Balkankrieg, einige Flugstunden von uns entfernt stattfinden wird, der allerdings unsere Waffenproduktion reichlich fördern wird.

 

 

 

 

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