Der Untergang der Tageszeitungen

Die Leserzahlen der türkischen Tageszeitungen sind innerhalb eines Jahres drastisch zurückgegangen.

Im Verhältnis zu 2016 lesen 2017 insgesamt 20% weniger Zeitung.

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Welche Gründe hat dieser dramatische  Rückgang?

  1. Die Leser wissen, dass fast 90% der Printmedien der Familie Erdogan gehören bzw. von der Familie kontrolliert werden. Daraus folgern die Leser zurecht: da erfahren wir sowieso nichts Neues.
  2. Die Leser wissen, dass die aktuellen Nachrichten zensiert sind, und denken, dass sie in den Zeitungen die gleichen Nachrichten wiederfinden werden, die sie am Abend zuvor in allen Kanälen im Fernsehen gesehen haben. Diesen Trend gibt es in der Türkei schon seit Jahren, wie auch in der gesamten Zeitungswelt. Was die Aktualität Nachrichten betrifft, können auf der ganzen Welt die Zeitungen mit den anderen Medien nicht mithalten.
  3. Die meisten bekannten türkischen Journalisten sind eigentlich „Kolumnisten“, die eine feste politische Meinung vertreten. Seit einem Jahr sind nur politische Meinungen der Schleimer erlaubt, die treu Erdogan dienen müssen oder sich ihm aus Überzeugung anschleimen.
  4. Die türkische Leserschaft war immer klein. Mit anderen Worten: Die Türken haben schon seit Jahrzehnten wenig gelesen, und dieser Trend hat in letzter Zeit zugenommen.

Also was können wir draus folgern? Die Tageszeitungen spielen für die Arbeit der Opposition eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind die sozialen Medien und Internet wichtig, die schwer abzuschalten sind.

Und noch ein Tipp. Benutzt whatapps, wenn ihr mit der Türkei kommuniziert. Da sollen die Sicherheitsdienste angeblich ihre Probleme haben, Nachrichten und Gespräche zu „knacken“.

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