„Die beherrschende Nation“ – die Türken

Ich verfolge die verschiedenen Berichte, Reportagen und Analysen zu den Verfolgungen und Unterdrückungen der Christen und der anderen Minderheiten  in den deutschen, aber auch in den US-Medien mit Interesse.

Aber viele Kolleginnen und Kollegen berichten über diese dramatische Entwicklung in der Türkei, als wäre sie ein neues Phänomen, als eine zusätzliche Schikane der Islamisten um Recep Tayyip Erdogan.

Daher finde ich eine kleine Auffrischung der Geschichtskenntnisse durchaus hilfreich.

Erstens sind die Verfolgungen, Unterdrückungen und Beleidigungen der  orthodoxen, katholischen und protestantischen  Christen, sowie der Juden und Aramäern nicht „frische oder neue“ gesellschaftliche Phänome, sondern die hat es seit der Gründung der türkischen Republik vor fast 100 Jahren mehrfach und ständig gegeben. Und die stehen allesamt in der ununterbrochenen Tradition des Genozids an Armeniern in den letzten Jahren des osmanischen Reiches.

Kurz: Es gab in den letzten 150 Jahren keine einzige Regierung in der Türkei, die jetzt behaupten dürfte, sie hätte die Grundrechte der Minderheiten in der Türkei geschützt.

Selbst unter Atatürk wurden Tausende Griechen und Juden vertrieben. Nicht nur vertrieben, es gab in der Geschichte der türkischen Republik auch mehrfach Pogrome mit Toten, Verletzten und Vergewaltigten.

Und Erdogan? Erdogan pflegt die Tradition des aggressiven türkischen Nationalismus weiter. Aber er ist auch mehr, denn bei ihm kommt auch noch die islamistische Komponente dazu.

Derzeit argumentieren die europäischen Politiker so, als hätten sie nie erwartet, dass Erdogan jemals Christen und Juden verfolgen würde. Das zeigt nur die Ahnungslosigkeit der europäischen Politiker.

Als ich vor drei Jahren in einem längeren Dokumentarfilm die Unterdrückung und Vertreibung von Christen und Juden erwähnte, hörte ich von Zuschauern mehrfach: „Ich dachte, das sei alles vorbei, nach den Armeniern“.

Nein, der Genozid an Armeniern war erst der Anfang.

Hier zur Erinnerung eine kleine Passage aus meiner Dokumentation:

 

 

 

 

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