CIHAD ist eines der Fundamente des islamischen Glaubens

Gestern veröffentliche das türkische Bildungsministerium die neuen „Rahmenrichtlinien“ für den inzwischen von der 4. Klasse bis zum Abitur obligatorischen Religionsunterricht in allen Schulen der Türkei. Titel der neuen Unterrichtseinheit lautet: „Religionskultur und Religionsethik“. Dieser Unterricht gilt für alle Kinder übrigens unabhängig von ihrer Glaubensrichtung. Da gibt es nicht den alevitischen, den katholischen, den jüdischen oder den aramäischen Religionsunterricht.

Der Laizismus, eigentlich verfassungsmäßig vorgeschriebener Grundsatz des türkischen Staates, wurde weitgehend aus dem Unterrichtsstoff gestrichen. Aber auch den Kemalismus, und den Namen „Mustafa Kemal Atatürk“ braucht man in den neuen Rahmenrichtlinien nicht mehr zu suchen. Auch komplett gestrichen.

Neu aufgenommen in die Rahmenrichtlinien ist der Begriff des heiligen Krieges, des CIHAD. Cihad ist beginnend ab der 6.Klasse ein fester Bestandteil der staatlichen Rahmenrichtlinien. Als Begründung für die sehr manifeste Aufnahme Cihads in die Rahmenrichtlinien, nannte ein Sprecher des Ministeriums, dass „Cihad eines der Fundamente des islamischen Glaubens und der islamischen Religionsausübung“ sei. (Vgl. Cumhuriyet, 22.7.17)

Das ist eine Interpretation, die ist allerdings neu. Ganz im Sinne des großen Emirs Erdogan. Er war auch derjenige, der die neuen Richtlinien massgeblich bestimmte. Für den aktiven Muslimbruder Erdogan gehört CIHAD einfach zum Islam. Da hat er auch Recht. Zu behaupten, CIHAD sei nicht ein bestimmender Teil des Islam, ist zwar ehrenhaft, aber nur wenn es darum geht, die hier und da aufgebrachten Christen und Juden zu beschwichtigen. Ansonsten ist die aktuelle Verleugnung des Cihad schlicht und einfach Unsinn.

Islam hat sich schon seit seiner Gründung fast ausschließlich  mit Hilfe des Schwertes durchgesetzt. Menschen sind Muslime geworden, um einfach zu überleben. Islam hat sich durch den CIHAD etabliert und verfestigt. IS praktiziert den CIHAD Tag für Tag.

Und Erdogan ist fasziniert davon, durch CIHAD seine Dawa in der ganzen Welt zu etablieren. Das verheimlicht er auch nicht.

Im Frühjahr 2016 sprach er zu der Jugendorganisation seiner Partei. Die Sprachchöre der Jugendlichen aktivierten anscheinend seine geheimen Phantasien, die er sonst aus taktischen Gründen meist verheimlicht, weil er glaubt, die Zeit sei noch nicht reif, um die Katze aus dem Sack zu lassen, und den islamistischen türkischen Staat aufzurufen.

Aber auf jenem Kongress übermannten ihm seine Phantasien. Er gab auf dieser Versammlung zu, dass er angesichts so kampfbereiter Menschen, auch andere Grenzziehungen, sprich Ausdehnung der geographischen Grenzen des Landes, vorstellen kann. Mit anderen Worten, wenn ihr bereit seid, ziehen wir in den Cihad, um das Reich des Allah oder Erdogans zu vergrößern.

Diese Träume, -man merkt im Redefluss, es stand nicht auf seinem Manuskript-, eines solchen Größenwahnsinnigen wurden auch für einen Propagandafilm der Jugendorganisation seiner Partei benutzt.

 

Jetzt hat Erdogan auch dafür gesorgt, dass alle Kinder der Türkei durch den obligatorischen Unterricht auf den CIHAD vorbereitet werden.

Übrigens Informationen über die Aleviten sind auch in den Rahmenrichtlinien vorgeschrieben. Dem Ministerium blieb auch nichts anderes übrig, angesichts der vielen Urteile der europäischen Gerichte zu Religionsfreiheit in der Türkei. Das Alevitentum gilt selbstverständlich nicht als eine eigenständige Religion, sondern lediglich nur eine von vielen „Interpretationen des Islam“, mit anderen Worten eine Sekte.

Ach ja. Übrigens in Zukunft ist für den Religionsunterricht nicht mehr das Bildungsministerium zuständig, sondern die staatlich Religionsbehörde „Diyanet“, die in Deutschland eher unter dem Namen DITIB bekannt ist.

Jetzt sollten mal die ministeriellen Hüter der Kultur  in Hessen nachschauen, ob DITIB den CIHAD in ihrem Religionsunterricht an unseren Schulen einbaut.

 

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