„BND war auch dabei“?

Gestern kam die offizielle Stellungnahme des türkischen Geheimdienstes MIT zu der Putschmaskerade am 15. Juli 2916 an die zuständige Untersuchungskommission im türkischen Parlament, und ist wenige Minuten später durch den Kommissionsvorsitzenden an die Presse weitergeleitet worden, obwohl auf jeder Seite ganz groß in rot „GIZLI“ – „GEHEIM“ steht.

Zu dieser Putschmaskerade steht in dem Bericht nichts Neues, was schon nicht bekannt wäre. In dem Bericht finden wir auch keine Antwort auf die Frage, wann habe der MIT Chef am Putschtag den Präsidenten Erdogan über den bevor stehenden „Putsch“ informiert?

Ich habe vergeblich in dem Bericht nach einer offiziellen Antwort auf meine Frage gesucht, warum darf der Leiter des MIT von der Untersuchungskommission zu den Vorgängen am 15.7.2016 nicht befragt werden? Auf Anweisung von Erdogan dürfen MIT Chef, der Oberkommandierende der türkischen Streitkräfte, der Ministerpräsident, und Erdogan selbst, nicht vor der Untersuchungskommission erscheinen. Durchaus logisch, denn vielleicht könnte einer von denen ja ausplaudern, dass sie weit vorher von dieser Putschmaskerade gewusst hatten.

In der aktuellen Stellungnahme wird wieder seitenweise auf die Organisation der Gülen Sekte im In- und Ausland hingewiesen und wie die ausländischen Geheimdienste, vor allen CIA, mit falschen Informationen gefüttert wurden, und diese Geheimdienste die Gülen Bewegung unterstützt haben.

MIT Beriht an das Paralament Seite 27
Aus dem Bericht des türkischen Geheimdienstes MIT an das türkische Parlament Seite 27

Neben CIA ist auch BND in dem Bericht erwähnt. „Die im deutschen Konsulat in Istanbul stationierten BND Mitarbeiter“ , sollen laut dem Bericht, am 15.1.2014 mit dem inzwischen verstorbenen Vorsitzenden der Journalisten- und Autorenstiftung, Cemal Usak, ein Gespräch geführt. Laut dem türkischen Geheimdienst soll dieser Cemal Usak damals Sprecher Gülen Bewegung, der FETÖ in der Türkei gewesen sein. Und dieser habe -laut dem Bericht des MIT- die BND Mitarbeiter über den damals laufenden Ermittlungen gegen die Minister in Sachen Korruption, über die Waffenlieferungen an an die Rebellen in Syrien, und über die Repressalien gegen die Gülen Bewegung, informiert haben.

Wenn diese kleine Bemerkung in dem Bericht MIT inhaltlich stimmen sollte, dann ist sie als eine Warnung an BND einzustufen. So nach dem Motto, wir wissen was ihr hier anstellt, und ihr wisst, was wir so in Deutschland unternehmen. Also in diesem Sinne haltet euch mit euren Informationen an die Bundesregierung zurück, z.B. über unsere DITIB Agenten.

Oder es ist der Hinweis auf den nächsten Schritt der Eskalation der Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und der Türkei. „BND hat FETÖ unterstützt, und war auch an dem Putschversuch beteiligt!“

Erdogan und seine Minister betonen ständig, dass hinter der Gülen Bewegung ausländische Mächte stehen. Der Hinwies auf BND wäre eine Konkretisierung Erdogans Lügenkonstrukts und sollte beim Wahlvolk in Deutschland und in der Türkei gut ankommen.

 

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