Der Antisemit

Der Populist muss für die Galerie spielen. Und der türkische Staatspräsident Erdogan spielt gern und viel für die Galerien des Nahen Ostens. Eben wieder. Er eröffnete das Forum der Stiftungen aus Jerusalem, allerdings in Istanbul. Natürlich nur muslimische Stiftungen. Recep Tayyip Erdogan hat endlich das Forum, das er in den letzten Monaten so vermisst hatte. An Israel, und damit ist bei ihm nur die Juden gemeint, konnte er endlich seinen Antisemitismus auspacken.

„Wir werden nicht dulden, dass die Stimmen der Muezzine im Himmel über Jerusalem verstummen,“ fing der Präsident an. „Jerusalem ist die Ehre der islamischen Welt“, setzte er fort, “ es ist die Pflicht jedes Muslimen Jerusalem zu schützen, wie einst gegen die Kreuzritter.“ By the way, bei den Kreuzzügen war kein einziger Türke nennenswert im Kampf gegen Ritter in und um Jerusalem dabei, und damals waren die Juden schon lange in die ganz weite Welt vertrieben. Und der Verteidiger des Islam damals? War das nicht dieser kurdische Fürst Ayyubi mit seinem jüdischen Berater Maimonides? Das alles kennt der Präsident natürlich nicht, und sagte nichts dazu.

Der Präsident rief die türkischen Muslime verstärkt die Al-Aksa Moschee in Jerusalem zu besuchen, um unsere „palästinensischen Brüdern und Schwestern in ihren Kerkern zu unterstützen“. Dann fielen ihm wie immer irgendwelche Zahlen ein: Angeblich kämen jährlich 600 Tausend US Bürger, 400 Tausend Russen und 300 Tausend Franzosen nach Jerusalem. Von den muslimischen Stiftern im Raum kam kein Widerspruch zu diesen Zahlen. Da bei Erdogan in der Regel nie eine Zahl stimmt, sind vermutlich diese Zahlen Phantasieprodukte, so etwa wie die Türkei hätte keine Schulden. Aber lediglich 26.000 Türken waren im vergangenen Jahr in Jerusalem. „Das passt nicht zu unserer Hilfsbereitschaft für Palästina“, sagte Erdogan, „es  müssen noch viel Menschen dahin.“

Dann wurde er sogar aktuell. „Wir werden nicht zulassen, dass die US Botschaft nach Jerusalem verlegt wird!“ Und wenn sie dennoch verlegt wird, erklärst gegen Israel oder gegen die USA Krieg? Vermutlich gegen beide. Nein, natürlich über Konsequenzen spricht er nicht, der Populist. Dennoch großer Beifall im Saal.

Dann zum Schluß lobte er HAMAS, die sich jetzt für eine neue Politik entschieden habe, um die Dawa von Palästina noch mehr voranzutreiben. Schlussendlich ist die HAMAS seine letzte Verbündete im Nahen Osten als Mitglied Muslimbrüder.

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