Die Brücke über dem Bosporus

Besonders die ahnungslosen Journalisten pflegen die Legende, Erdogan hätte viel für die Wirtschaft getan. Höchstens für die „eigene“ Wirtschaft, für die Verbesserung der eigenen finanziellen Situation. Ein Beispiel?
Die dritte Brücke über dem Bosporus ist nach seinem „Erfolgsmodell“ gebaut worden. Man gibt den Auftrag einem ausländischen Unternehmen, natürlich in Zusammenarbeit mit türkischen Subunternehmen, die dem Herrscher sehr „nahe“ stehen. Der türkische Staat verzichtet für eine bestimmte Zeit auf die Nutzungsrechte der Bauprojekte und die ausländische Firma kassiert die Einnahmen, die allerdings durch eine Mindesthöhe vom türkischen Staat „garantiert“ werden.

Erdogan darf dann die ganze Zeit seinen Wählern erzählen: Die Projekte kosten dem Steuerzahler keinen Pfennig, denn die Firmen bauen die Brücke aus eigenem Geld und können sie dann auch selber betreiben. Bis die Unternehmen alle Kosten wieder „eingespielt“ haben. Dann gehören Objekte dem Volk bzw. dem türkischen Staat. Und alle seine Wähler glauben dieser Milchmädchenrechnung .


Die dritte Brücke über dem Bosporus wurde von der italienischen Firma Astaldi, in Zusammenarbeit mit Hyundai und der türkischen Baugruppe IC-TAS gebaut. IC ist ein „Günstling“ des Herrschers. Die Gruppe nennt sich daher ICA und hat die Nutzungsrechte der Brücke für die kommenden 10 Jahre, mit einer garantierten Mindesteinnahme von 147,825 US-Millionen Dollar jährlich. Der türkische Staat garantierte den beteiligten Unternehmen, dass jährlich 135.000 Fahrzeuge die Brücke passieren würden. Und mit den „Passiergeldern“ würde sich die Brücke refinanzieren. So die Legende für die ahnungslosen deutschen Journalisten.
Aber nicht mal ein Drittel dieser erwarteten Fahrzeuge haben im vergangenen Jahr die Brücke überquert. Also bezahlt der türkische Staat die Differenz zwischen vertraglich garantierten und tatsächlichen Einnahmen an die Baufirmen, denn im Vertrag steht die garantierte Mindesteinnahme von über 146 Millionen US-Dollar..
In zehn Jahren, haben die Ökonomen ausgerechnet, würde der türkische Staat den dreifachen Preis der Brücke an die Baufirmen überweisen.
Aber Insider berichten, dass Erdogan an diesen Projekten bis zu 10% Wegelagerergebühren einkassiert. So sieht der der Wirtschaftswunder von Erdogan aus.

Enter the text or HTML code here

Kommentar verfassen